Bildung, Wissenschaft, Sport und Gesundheit

Bildung, Wissenschaft, Sport und Gesundheit

Enge Kontakte in Bildung, Forschung und Lehre

Chinesisch auf dem Gymnasium, das gibt es in Hamburg gleich fünf Mal, sogar eine Gesamtschule ist mit dabei. Das Gymnasium-Marienthal bietet seit 2002 einen deutsch-chinesischen bilingualen Zweig an, das ist einmalig in Deutschland. Hier werden deutsche und chinesische Schülerinnen und Schüler zweisprachig deutsch/chinesisch unterrichtet - lebendiger Ausdruck der Verbundenheit Hamburgs mit China und den in der Metropolregion lebenden 10.000 Menschen chinesischer Abstammung. Hinzu kommen weitere vier private chinesische Sonntagsschulen in der Hansestadt, in denen deutsche und chinesische Kinder, Jugendliche und Familien an Wochenenden Einblicke in die chinesische Geschichte, Sprache und Kultur erhalten. An dem Schüleraustausch mit der Partnerstadt Shanghai haben bereits zahlreiche Hamburger Schüler teilgenommen. Sie kommen zurück mit einem reichen Schatz an Erlebnissen und Erfahrungen.

Gewachsene Strukturen

Auch im Bereich der wissenschaftlichen Forschung und Lehre pflegt Hamburg eine enge Partnerschaft mit China. Manche Kooperationen können auf gewachsene Strukturen aufbauen. Zum Beispiel gründeten deutsche Kaufleute bereits vor hundert Jahren ein deutsches Hospital in der chinesischen Metropole Wuhan. Heute pflegt die medizinische Fakultät der Universität Wuhan intensive Kontakte zu Ärzten, Studenten und Wissenschaftlern des AK Barmbek und des Universitätsklinikums Eppendorf. Als Wiege der Sinologie in Deutschland gilt die 1909 gegründete Fakultät für Sprache und Kultur Chinas, die heute als Abteilung zum Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg gehört.

Viele Kooperationen

So befasst sich das Institut für Asien-Studien (IAS) als bundesweites Asien-Kompetenzzentrum in Forschung und Politikberatung seit 1956 mit China. Es ist das älteste der unter dem Dach des German Institute of Global and Area Studies zusammengeschlossenen Regionalinstitute. Aktuelle Forschungsergebnisse über die chinesische Kultur vermittelt auch die Hamburger Sinologische Gesellschaft e. V. (HSG) einem breiten Publikum. Darüber hinaus pflegen Hamburg und China viele  Wissenschafts- und Hochschulkooperationen auf den Gebieten Sprache und Kultur, Wirtschaft, Justiz, Informatik, Technik, Bildung, Medizin, Sicherheitspolitik und Management.

Regelmäßigen Austausch praktizieren auch deutsche und chinesische Fachleute auf dem seit 2005 stattfindenden Deutsch-Chinesischen Bildungsforum. Bildungsexperten und Praktiker aus Deutschland und China treffen sich jährlich in Hamburg zum interdisziplinären Austausch über Fragen des Schul-, Hochschul- und Weiterbildungssektors.

Im September 2007 gründete die Universität Hamburg in Kooperation mit ihrer Partnerhochschule in Shanghai, der Fudan-Universität, das Konfuzius-Institut. Das Institut widmet sich der Vermittlung der chinesischen Sprache und Kultur sowie der Förderung des fachlichen Austauschs und des interkulturellen Dialogs zwischen Deutschland und China.

Rechtsdialog zwischen China und Europa

Im Herbst 2008 startete an der neuen China-EU School of Law (CESL) in Beijing der Hochschulalltag. Federführend bei der Umsetzung des Projektes ist die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Hamburg. Das Hamburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht ist maßgeblich am Aufbau beteiligt und eines der 13 teilnehmenden europäischen Institute. Die Mission der China-EU School of Law ist es, die chinesische Regierung dabei zu unterstützen, eine auf Rechtsstaatlichkeit basierende Gesellschaft zu schaffen. Dazu ist sie auf vier Feldern aktiv: Neben dem Master Programm für chinesisches, europäisches und internationales Recht wird ein Fortbildungsprogramm für Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte angeboten. Das Forschungsprogramm der Schule konzentriert sich auf den europäisch-chinesischen Rechtsvergleich und den Transformationsprozess in China. Daraus wiederum ergeben sich Ansätze für Beratungsangebote an die chinesische Regierung.

Medienbotschafter China Deutschland

Als deutsche Medienhauptstadt engagiert sich Hamburg auch im deutsch-chinesischen Journalistenaustausch: Gemeinsam mit der Hamburg Media School führt die Robert-Bosch-Stiftung seit 2008 ein solches Austauschprogramm unter dem Titel „Medienbotschafter China - Deutschland" durch: Im Dienste der Völkerverständigung werden jährlich 15 Stipendien an junge chinesische und deutsche Journalisten vergeben. Als Medienbotschafter gehen sie für jeweils drei Monate in das andere Land, besuchen journalistische Schulungen, hospitieren in den Redaktionen namhafter Print-, Online-, Hörfunk- und Fernsehmedien und gewinnen dabei einen tieferen Einblick in die Arbeitsweise der Medien in ihrem Gastland.

Foto: Internationales Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beim Deutschen Zentrum für Raumfahrt e. V.

Sport und Gesundheit – gemeinsam in Bewegung

Sport und Gesundheit 3Die Sportbegeisterung der Chinesen und die internationale Spitzenstellung des chinesischen Sports erregten nicht erst zu den Olympischen Spielen 2008 in Beijing öffentliche Aufmerksamkeit. Das Reich der Mitte hat eine ganz eigene Kultur des Sports und des Körperbewusstseins entwickelt, deren Faszination weit über den westlich geprägten Leistungssport hinausreicht. Die traditionellen Körperübungslehren Taijiquan (Tai Chi) und Qigong verbinden Kampfkunst und Körperbeherrschung zur Steigerung der Lebensqualität. In Hamburg gehören Schattenboxer auf den Alsterwiesen längst zum gewohnten Stadtbild ebenso wie die Trommelwirbel der chinesischen Drachenboote.

Sportliche Botschafter und Partnerschaften

Auch in klassischen Sportarten wie Fußball, Tennis oder Golf unterhält Hamburg einige Partnerschaften und Verbindungen zu chinesischen Sportlern und Verbänden. So spielte der frühere HSV -Spieler Jörg Albertz, Hamburgs Fußballbotschafter in China, als erster deutscher Profifußballer in einer chinesischen Mannschaft. Er verpflichtete sich für den Erstligisten Shanghai Shenhua und wurde dort 2003 zum chinesischen Fußballer des Jahres gewählt.

Jetzt sollen auch in China Sportvereine nach deutschem Muster entstehen. Dazu haben die Partnerstädte Hamburg und Shanghai im Mai 2010 ein Pilotprojekt vereinbart. Geplant sind Schulungen von chinesischen Vereinsmanagern in Hamburg und der Aufbau von Vereinen mit eigenen Mitgliederstrukturen in Shanghai als Modellregion.

Neues Forschungszentrum für Traditionelle Chinesische Medizin

Immer mehr Menschen in Deutschland vertrauen den alten Heilmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). In Hamburg wird jetzt erstmals umfassend wissenschaftlich erforscht, wie und warum diese Therapien wirken. Das im Juli 2010 gegründete HanseMerkur Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf verbindet Forschung, Therapie und Lehre. Deutsche und chinesische Ärzte kooperieren hier mit dem Ziel, transparente Qualitätsstandards für TCM in Deutschland zu entwickeln.