Ein chinesisches Cembalo?

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Ein chinesisches Cembalo?

Schaut man sich die Seitenwände und den Deckel eines prachtvoll dekorierten Cembalos im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg einmal genauer an, entdeckt man dort chinesische Landschaften mit kleinen Pavillons und mehreren Gruppen von Chinesen in traditioneller Kleidung. Sollte dieses Cembalo etwa aus China stammen? Natürlich nicht! Aber das weit entfernte Kaiserreich, aus dem so kostbare Dinge wie Porzellan, Lackmalereien und Seide importiert wurden, übte eine solche Faszination auf die Europäer aus, dass hiesige Künstler den chinesischen Stil in sogenannten Chinoiserien nachahmten.

Das im Jahr 1787 in Paris gebaute Instrument hat übrigens einst dem Marquis Jean-Benjamin de Laborde gehört, ein musikbegeisterter Adliger, der nicht nur selbst über dreißig Opern und unzählige Lieder komponierte, sondern im Jahr 1780 auch ein großes vierbändiges Werk zur Musikgeschichte veröffentlichte. Hierin behandelte er in einem recht umfangreichen und mit zahlreichen Abbildungen versehenen Kapitel auch die Musik der Chinesen und ihre Instrumente.

Mehr zu diesem Thema ist unter dem Titel „Chinoiserien für Augen und Ohren“ im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zu erfahren.